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* 1949 in Fünfkirchen/Südungarn geboren * 1967-1975 Studium an der Kunstakademie in Budapest * 1975-1979 freischaffender Künstler in Ungarn * 1979 Aussiedlung in die BRD * lebt und arbeitet in Nürnberg und Budapest |
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| Mit groß angelegten Projekten, insbesondere mit seinem Projekt BUCH & BIBLIOTHEK hat Botond über Deutschland hinaus Anerkennung gefunden.Sein Werk, das er themenbezogen über längere Zeiträume bearbeitet, umfasst Kleinplastiken, Assemblagen, Raumskulpturen, Rauminstallationen und Zeichnungen.Für seine plastischen Arbeiten benutzt er vorrangig Stahlbleche, Stahldraht, Bronze und Beton.Er hat eine Vorliebe für geschichtsträchtige Räume und Ereignisse, die ihn zur künstlerischen Stellungnahme herausfordern.So wurde sein Werk bislang nicht nur in Museen, Galerien und auf öffentlichen Plätzen gezeigt, sondern darüber hinaus in Bunkern, in Räumen des ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgeländes, Rathaussälen, Steinbrüchen, Klöstern, verlassenen Künstlerdomizilen und auf Bibliotheksgeländen. |
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Die Werkgruppe SCHLAF zeigt unzählige Variationen in Form, Material und Technik. Vorherrschendes technisches Verfahren ist die Collage. Aus ungleich geschnittenen Metallblechen, Drahtstücken, LKW-Planen oder gerissenem Papier entstehen Köpfe von großer Plastizität. Der Zustand des Schlafes wird durch die Reduzierung des menschlichen Körpers auf den Kopf charakterisiert. Schlaf ist ein labiler Zustand und zugleich ein vom Geist beherrschter. Er verheißt nicht nur Ruhe, sondern auch Spannung oder sogar Dramatisches. |
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AMIS ist ein Spiel für Erwachsene. Seine Spielfiguren können aus Bögen ausgeschnitten werden. Der Künstler greift damit zum einen auf Kindheitserinnerungen zurück, zum anderen „verarbeitet“ es das aktuelle politische Tagesgeschehen in Zusammenhang mit dem Irak-Krieg. |
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Seit 1987 arbeitet Botond an seinem umfangreichen Projekt BUCH & BIBLIOTHEK. Er schweißt Bücher in Eisenblech ein, umhüllt sie mit Beton oder Bronzeguss. Die Gestaltung der Hülle, die Wahl des Materials, die Form- und Farbgebung ist dem Geist des Buches verpflichtet. So entstehen "Konserven" von unverwechselbarer Gestalt. In ihnen ist das Gedächtnis der Menschheit ästhetisch umhüllt und ein symbolischer Akt gegen die Zerstörung vollzogen. Oft werden einzelne Buch-Objekte – thematisch gruppiert – zu komplexen skulpturalen Formen zusammengefügt.
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Die würfelförmige Skulptur hat die Ausmaße von etwa 5 x 5 x 5 Metern. Sie ist gefügt aus ca. 8000 verschweißten Stahl-Kassetten, die jeweils ein einzelnes Buch enthalten. Bassam Tibi: "Die Verachtung des menschlichen Geistes, dessen Produkte sich in einem Buch niederschlagen, ist stets mit Verneinung der Menschenwürde gleichzusetzen. Botond will nicht nur Toleranz zwischen individuellen Ideen, sondern auch eine solche zwischen den diversen Kulturen herstellen: Er verwirft die hermetische Geschlossenheit und predigt die Offenheit: Er fordert die Bereitschaft und den Willen, Andere zu verstehen." |
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Das Friedensmahl erinnerte daran, dass 350 Jahre zuvor in Nürnberg entscheidende Verhandlungsergebnisse zur Festigung des Friedens nach dem 30-jährigen Krieg erzielt wurden. Botond greift christliche und profane Bildmotive mit künstlerischen Mitteln auf und verleiht ihnen aktuelle Bedeutung: Geometrische Körper versinnbildlichen Festigkeit und Stabilität, Sanduhren dagegen die allen Dingen innewohnende Vergänglichkeit. Die Kugel gilt nicht nur als Symbol für Gleichheit, sondern auch für Macht. Gebündelte Pfeile stehen für die Bannung des Krieges, das Füllhorn für Wohlstand und Überfluss. |
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HOMO BELLICOSUS Der Mensch ist nicht nur ein denkender, vernunftbegabter homo sapiens, ein spielender homo ludens, ein schaffender homo faber, ein wirtschaftlich handelnder homo oeconomicus, sondern auch ein aggressiver und kampfbereiter homo bellicosus. In dieser seiner Eigenart wird er von Botond gezeigt und bloßgestellt. Sein unendliche Kampf ist ein unerschöpfliches Thema. In den Skulpturen bekommt nicht nur seine Aggressivität, sondern auch seine Verletzlichkeit, seine Unbeholfenheit und nicht zuletzt seine Lächerlichkeit eine Form. |
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Die Gruppe der Stahldraht-Skulpturen von Botond zeigen ein Zusammenspiel von Leichtigkeit und Volumen.
Obwohl nur Netz-Werk gezeigt wird, wird Körper sichtbar. Die Feinlinigkeit und Transparenz der Figuren erinnert an Zeichnungen. Sie bilden ein Geflecht von Strichen und Kreuzungspunkten. Bewegt man sich im Raum, fängt das Werk zu leben an, geraten die Striche in Bewegung. |
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Während wir von Fortschritt und Entwicklung träumten, sind wir von der Naturkatastrophe Mensch im Schlaf überrascht worden. Er überschwemmt alles mit seiner Beton-Lava, die – zu Gebilden erstarrt – von seinen verkümmerten Bedürfnissen und Phantasien zeugen. Was zurückbleibt, ist eine Wüste von Fragmenten ehemaliger Existenzen. (...) Ein Geschwür breitet sich aus mit Parasitengeschwindigkeit und bildet die Metastasen in allen Bereichen und Organen des Lebewesens Erde. Auf diese Weise frisst es auch seinen eigenen Nähboden auf und bringt die Spezies Mensch zu Fall. (Botond) |
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Die Werkgruppe demonstriert den Kahlschlag, die hemmungs- und gedankenlose Verwüstung gewachsener Natur und Alltagskultur. Die Abholzung des höchsten südungarischen Berges Zengö ist ein Symbol dafür, was der Mensch aus kurzfristigem wirtschaftlichen Interesse seinem eigenen Lebensraum anzutun in der Lage ist. Stählerne Hüllen, in der Form abgeschlagener, verdorrter Äste, beschreiben die Grausamkeit, aber auch die Beliebigkeit dieses Todes. |
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Die geschweißten Stahlkästen, leer oder mit Drahtfiguren besetzt, folgen den Wänden des Raumes oder sind flächig am Boden angeordnet. Die lose eingefügten Drahtkörper geraten durch die Bewegungen und Stimmen der Betrachter im Raum in hörbare Vibration. Die Werkgruppe ECHO ist ein Gleichnis. Der griechischen Mythologie zufolge wurde die geschwätzige Bergnymphe Echo von der Göttin Hera aus Eifersucht derart bestraft, dass es jener fortan unmöglich war, aus eigenem Antrieb zu sprechen, sie musste vielmehr immer (mit)reden, wenn ein anderer sprach. |
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Einzelausstellungen (Auswahl)
* Echo, Galerie Koppelmann, Köln * 232°C, Goldener Saal, ehemaliges Reichsparteitagsgelände, Nürnberg * Panorama, Galerie Kampl, München * Hommage, Kunsthalle Budapest/Ungarn * Civitas, Dominikaner-Kloster Frankfurt/Main * Bunker, Schutzbunker Nürnberg * Galerie Schreiter, Nürnberg * Galerie Schütte, Essen * Universitäts-Bibliothek Klagenfurt/Österreich * Universitäts-Bibliothek Göttingen * Chapel Art Center, Köln und Hamburg * Goethe-Institut, Budapest/Ungarn * Nürnberger Friedensmahl 1999, Historischer Rathaussaal Nürnberg * Homo Bellicosus, Kiscelli Múzeum, Budapest/Ungarn * SCHLAF/SOMMEIL, Musée Arthur Rimbaud et Musée de l’Ardenne, Charleville-Mézières/F *Abendmahl, Kunstwerk Nippes, Köln
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Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
* Palazzo Ducale, Massa/Italien * Sechs Deutsche Künstler in Japan, Nagoya/Japan * Fragile, Galerie Koppelmann, Köln * Deutscher Künstlerbund, Hannover * Eine Form finden, Kunsthalle Nürnberg * DAAD, Berlin * Side by side, Print Studio, Glasgow/GB * Splitter-Fragmente-Bruchstücke, Künstlerwerkstatt Lothringer Straße, München * Große Düsseldorfer Kunstausstellung * Das Prinzip der Linie, Galerie Koppelmann, Köln * Das Buch, Kunsthalle Bremen, Kunsthaus Hamburg * Goethe-Institut, Kyoto/Japan * Leopold-Hoesch-Museum, Düren * Festival de Sculpture - Centre d´Art et d´Echanges Culturels, Pignans/Frankreich * Zwei Künstler im ewigen Eis, Aktion mit H. Selzer am Großglockner/Österreich * Collection Dobermann, Kunsthalle Santa Cruz, Teneriffa/Spanien * ZukunftsWerkstatt Buch, Universität Würzburg
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Veröffentlichungen - Kataloge
* ECHO, eine Rauminstalation, 1986-1987, Kunsthalle Nürnberg, 1987 * HOMMAGE, ein Rauminstallations-Projekt, 1987/1990, Kunsthalle Budapest, 1990 * BIBLIOTHEK, ein Rauminstallations-Projekt, 1987-1993, Bauhof-Bunker, Nürnberg, 1993 * Die Kunstobjekte zum Nürnberger Friedensmahl 1999, Historischer Rathaussaal, Nürnberg, 1999 * KAPU 2000 (TOR 2000), Budapest, 2000 * HOMO BELLICOSUS, 2000, Kiscelli-Múzeum, Budapest, 2000 * SCHLAF . SOMMEIL 2000 – 2005, 2005 * ABENDMAHL. Kunstwerk Nippes, Köln, 2009
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